Wir wissen was ihr im ersten Jahr der Pandemie getan habt

englisch version here

Abgewiesen. Eingesperrt. Abgeschoben.

Habt ihrs dann bald mal? Merkt ihr nicht wie ihr den Menschen unrecht tut? Versteht ihr die Tragweite eurer unmenschlichen Entscheidungen? Könnt ihr noch ruhig schlafen? Sind euch eure so genannten demokratischen, humanistischen Werte so egal? Wo ist euer Respekt und euer Anstand geblieben, was bedeutet eure Solidarität noch? Gibt es für euch gar keine andere Möglichkeit des Umgangs, als Leid, Gewalt, Ausbeutung und Tod? Mangelt es euch wirklich so sehr an Vorstellungskraft und Mut?

Dabei könnte es so einfach sein! Kein Mensch ist illegal. Kein Mensch MUSS abgeschoben werden!

Alles was ihr tun müsst ist, zuhören und eure Abschiebepolitik einstellen. Es gibt so viele Menschen mit besseren Ideen, mit Vorschlägen, wie mit den Herausforderungen dieser Zeit umzugehen ist. Wenn ihr selber keine Ahnung habt, gesteht eure Unfähigkeit ein und fragt die Menschen die es betrifft. Und fragt sie nicht nur, hört ihnen zu! Versteht sie! Und handelt dann nicht aus eurer privilegierten, sich über alle und alles erhebenden Position heraus sondern nutzt eure Zeit und eure Macht, um besseres zu versuchen!

Nur nicht mehr weiter so… Hört auf, systematisch für Schmerz und Unglück zu sorgen.

Heute bieten wir allen, die zuhören können und wollen, eine Möglichkeit zum Lernen an. Heute reden hier Menschen, die trotz der katastrophalen Umstände, in die dieses Kaltland Deutschland sie gezwungen hat, immer noch bereit sind, ihre Vorstellungen, Träume und Wünsche mit uns zu teilen. Hört zu, nehmt Gedanken mit und fangt an, wieder Neues zu versuchen – wie wäre es gemeinsam?!

(doch lassen die traurigen Meldungen der letzten Tage ein „gemeinsam“ in weite Ferne rücken…)

….in den Tod getrieben

Wir wollen außerdem unsere Trauer zu Ausdruck bringen, wir trauern um zwei Menschen, für die es keinen anderen Ausweg mehr gab als den Tod zu wählen.

Wir trauern um Salah Tayyar, der nach jahrelanger Unsicherheit und Unterdrückung von Ämtern und Behörden keinen Schutz vor erlebtem Terror und Gewalt bekommen sollte und Suizid beging – Salah Tayyar kam her, um sein Leben zu schützen, nicht um es zu beenden!

Wir trauern um Alpha Oumar Bah, der sich aus Angst vor einer möglichen Abschiebung nicht mehr anders zu helfen wusste. Auch er beging Suizid. Unsere Gedanken sind bei ihm, seiner Familie und Freund*innen!

(Mit-)Schuld an dem Tod dieser beiden jungen Menschen hat die deutsche Migrationspolitik, die mit der permanenten Bedrohung der Abschiebung so gewaltigen Druck ausübt, dass Geflüchtete daran psychisch zerbrechen. So sehr, dass manche von ihnen in ihrer Verzweiflung lieber den Tod als die Abschiebung in das Land, aus dem sie flohen, wählen. Die Politik und die Arbeit der Verwaltungsämter, die diesen Druck auf Alpha Oumar Bah und Salah Tayyar in Bayern und Berlin ausübten, sind so auch im Saalekreis und auf der Ausländerbehörde in Merseburg an der Tagesordnung.

Für die beiden Menschen, und viele weitere zuvor, ist es zu spät, aber es müssen nicht noch mehr werden. Wir sind so wütend und verzweifelt darüber, doch wir geben nicht auf. Wir kämpfen dafür, dass es endlich ein Ende hat!

Kommt mit uns auf die Strasze! Vernetzt euch mit Menschen in den Lagern und an anderen Orten!

Organisiert euch und supported den Kampf für Bewegungsfreiheit und gegen Abschiebungen und Grenzen! Solidarität muss praktisch werden!

Wo: Merseburg, Bushof/Bhf-Vorplatz //
Wann: 7. April 2021 von 13-15Uhr //
Wie: Maske auf! Symptome? #stayathome if u have! Test machen!?! Bitte stets Anstand halten!

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